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Brief von Pater Jakob Gapp

Berlin-Plötzensee, den 13. August 1943
Königsdamm 7
Haus III

Meine lieben Vettern und Basen,
Lieber Seppl und alle meine Lieben!

Wenn Ihr diesen Brief in Händen habt, bin ich schon in der besseren Welt. Da ich nicht sicher bin, ob Seppl und Anna wohl noch in Wattens sind, schreibe ich euch, damit der Brief nicht verloren geht.

Ich bin am 9. Nov. vorigen Jahres auf französischem Boden verhaftet worden, kam nach Berlin und wurde endlich am 2. Juli, dem Herz Jesufeste zum Tode verurteilt.

Heute wird das Urteil vollstreckt. Um 7 Uhr abends gehe ich zum lieben Heiland, den ich immer innig geliebt habe. Trauert nicht um mich! Ich bin restlos glücklich. Ich habe natürlich viele schwere Stunden mitgemacht, aber ich konnte mich auch sehr gut auf den Tod vorbereiten.

Lebt brav und leidet alles aus Liebe zu Gott, damit wir uns im Himmel wiedersehen. Ich grüße alle Verwandten und Bekannten. Ich werde im Himmel aller gedenken. In dieser schweren Zeit seit der Verhaftung habe ich immer wieder für euch gebetet und werde es vom Himmel aus weitertun. An alle lieben Verstorbenen werde ich herzliche Grüße von Euch ausrichten. Nach schwerem Ringen bin ich doch soweit, dass ich den heutigen Tag als den schönsten Tag meines Lebens betrachte. Vergelt's Gott für alles, was Ihr für mich seit meiner Kindheit getan.

Seppl, lieber Seppl! Wie oft habe ich an dich gedacht!
Sei nicht traurig, alles geht vorüber, nur der Himmel nicht!
Wir kommen wieder zusammen. Dann gibt es keine Trennung mehr!
Teile allen Angehörigen meinen Tod mit. Ich bin wegen Landesverrat verurteilt worden. Grüßt auch recht gute Bekannte von mir, Ihr wisst ja, welche.

Unser Mutterle wartet schon auf mich.
Noch wenige Stunden, dann bin ich bei ihr. Welche Freude!
Also grüßt alle, alle recht innig von mir! Ich bete für euch alle.
Ich bete auch für meine Heimat.

Also pfiat Enk!
In J M.J. Euer Euch innig liebender Jaggl.

Für den originalen, handschriftlichen Brief des Pater Jakob Gapp, klicken Sie bitte HIER